Präsentiert am 8. September 2023.
Cécile Martinat, PhD
I-Stem – Institut des cellules Souches pour le Traitement et l’Etude des maladies Monogéniques
Autoren: Sandrine Baghdoyan, Azania Abatan, Noémie Berenger-Currias, Morgan Gazzola, Cécile Martinat
Das Verständnis der Mechanismen, durch die eine genetische Variation zu Krankheiten beiträgt, ist ein zentrales Ziel der Humangenetik und sollte die Entwicklung präventiver Strategien und Behandlungen erheblich erleichtern. Die Umsetzung dieses Ansatzes, um die zelluläre und molekulare Grundlage neuromuskulärer Erkrankungen (NMDs) zu verstehen, ist aufgrund der inhärenten Unzugänglichkeit der betroffenen Zelltypen bei Patientinnen und Patienten besonders herausfordernd. Trotz der Fülle vorhandener zellulärer und tierischer Modelle wurde der Fortschritt bei der Identifizierung neuer Behandlungen durch das unvollständige Verständnis der an diesen Krankheiten beteiligten pathogenen Mechanismen sowie durch die Verfügbarkeit geeigneter Screening-Tools gebremst. Die Entwicklung praktikabler Humanmodelle, die die Erkrankung noch genauer nachbilden, wird zweifellos die pathologische Modellierung neuromuskulärer Erkrankungen sowie besser angepasste Therapeutika verbessern. In diesem Kontext ist meine Arbeitsgruppe daran interessiert, eine humane In-vitro-„Toolbox“ zu entwickeln, um pathologische Modelle repräsentativer NMDs auf Basis humaner pluripotenter Stammzellen zu etablieren. Zur Validierung dieses Konzepts konnten wir zeigen, dass humane pluripotente Stammzellen, die die ursächliche Mutation tragen, die an der myotonen dystrophie Typ 1 (DM1) beteiligt ist, geeignete krankheitsspezifische Zellmodelle bieten, die für eine umfassende systemische Analyse einsetzbar sind – von mechanistischen Studien bis hin zum therapeutischen Screening. So identifizierten wir entwicklungsbedingte molekulare Defekte, die an der Myogenese sowie an der Neuritenbildung und der Etablierung neuromuskulärer Verbindungen beteiligt sind. Parallel zu diesen mechanistischen Studien sind wir auch daran interessiert, diese neuen krankheitsspezifischen Zellmodelle zu nutzen, um neue therapeutische Strategien zu identifizieren.
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