Die myotone Dystrophie (DM) kann zu leicht niedrigeren Antikörperspiegeln im Blut führen, obwohl dies im Allgemeinen das Infektionsrisiko nicht erhöht. Menschen mit DM1 haben auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, gutartige Hauttumoren, sogenannte Pilomatrixome, zu entwickeln, meist im Kopf- oder Halsbereich. Andere Tumorrisiken bleiben ungewiss.
Wissenswertes
Antikörper
Die myotone Dystrophie ist mit einer leichten Reduktion der Immunglobulinmenge im Blut (Hypogammaglobulinämie) verbunden. Die Antikörperproduktion ist normal, jedoch verbleiben die Antikörper nicht so lange im Kreislauf, weshalb die Menge im Blut zu jedem Zeitpunkt etwas reduziert ist. Die mit der myotonen Dystrophie verbundene Reduktion von Immunglobulin scheint gut verträglich zu sein. Bisher gibt es keine eindeutigen Beweise dafür, dass diese Veränderung mit einer erhöhten Infektionshäufigkeit verbunden ist.
Tumoren
Menschen mit myotoner Dystrophie DM1 haben eine erhöhte Häufigkeit von Pilomatrixomen, einer Art gutartiger Hauttumoren. Diese Art von Tumor ist in der Allgemeinbevölkerung selten, aber bei Menschen mit myotoner Dystrophie DM1 recht häufig. (Es wurde keine Assoziation zwischen Pilomatrixomen und DM2 berichtet).
Pilomatrixome treten oft im Kopf- oder Halsbereich auf und fühlen sich wie feste Knoten direkt unter der Hautoberfläche an. Diese Tumoren sind gutartig und können durch chirurgische Entfernung geheilt werden. Einige Forscher haben vorgeschlagen, dass DM1 auch mit einer erhöhten Häufigkeit anderer Tumorarten, wie Tumoren der Nebenschilddrüsen, der Hypophyse oder des Thymus, verbunden sein könnte. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es jedoch keine eindeutigen Beweise, die diese Idee stützen.